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Der Rückgang des Glaubens in moderner Zeit

Warum der Glaube an Gott das Kollektiv durch das Gehirn schützt - und warum zukünftige Gesellschaften diesen Schutz womöglich verlieren werden.

Hinweis: Dieser Artikel enthält wissenschaftliche oder medizinische Thesen, die noch nicht vollständig bewiesen sind. Die dargestellten Aussagen spiegeln Hypothesen oder vorläufige Erkenntnisse wider und sollten nicht als gesicherte Fakten betrachtet werden. Weitere Forschung kann erforderlich sein.

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Paper (PDF)

Viele Studien, wie die der Universität Oxford und des Pew Research Centers, belegen, dass Religion weltweit an Bedeutung verliert. Doch die heiligen Institute sind das Fundament für den Glauben an Gott und übernehmen damit die wesentliche Aufgabe, den Glauben als ein psychologischen Bestandteil menschlicher Realität aufrechtzuerhalten. Der Gottesglaube aktiviert spezifische Netzwerke im Gehirn. (Urgesi, C. et al. 2010)

Unsere Fähigkeit zu spirituellen bzw. transpersonalen Erfahrungen ist das direkte Ergebnis von über 40.000 Jahren ritueller Bewusstseinsentwicklung. Schon die Steinzeitmenschen übten Rituale durch Trommeln und Tanz aus, um in Trance zu geraten, und beteten die Sonne und Naturgeister an und erschufen uns jene Bewusstseinsbereiche im Gehirn, die uns heute transpersonale Erfahrungen ermöglichen, innerhalb dessen Gläubige oft subjektive Erfahrungen mit Gott erleben.

Archäologische Evidenz deutet darauf hin, dass rituelle Praktiken und symbolisches Verhalten bereits im Paläolithikum entstanden sind (Lewis-Williams, 2002; Winkelman, 2010). Neurobiologische Studien zeigen, dass rhythmische Stimulation und rituelle Praktiken messbare Veränderungen in der Gehirnaktivität bewirken, insbesondere in Bereichen, die mit transpersonalen Bewusstseinszuständen assoziiert sind (Vaitl et al., 2005; Carhart-Harris et al., 2014).

Das Zeitalter der Medien und des digitalen Einflusses 

Im Internet finden sich beispielsweise zahlreiche Jesus-Christus-Memes, die häufig dazu verwendet werden, auf humorvolle Weise über Religion oder deren Propheten zu spotten. Dies kann bei Jugendlichen und neuen Generationen zum systematischen Ausschluss führen, um die eigene Integrität zu schützen. 

Das Problem liegt nicht allein im Medienkonsum, sondern in der gesellschaftlichen Entwicklung, die sich mit hohem Tempo modernisiert und zunehmend Gebräuche und Werte von Religionsgemeinschaften systematisch ablehnt. Die Social-Media-Algorithmen verstärken diese Dynamik zusätzlich.  Der Umfrage einer mitteldeutschen Kirchenzeitungen zufolge glaubt eine Mehrheit von 56 Prozent aller Befragten nicht an die leibliche Auferstehung von Jesus Christus von den Toten. 

Diese Menschen verlieren nicht das Interesse an Gott, sondern durch Massenmedien, wissenschaftliche- und industrielle schnelle Entwicklung, und extremistischen Einzelfällen den Glauben an ihn.

Zum einen werden die Lehren der Traditionen im Glaubenskontext zunehmend infrage gestellt, da sie sich in der modernen Gesellschaft sozialwissenschaftlich immer schwieriger behaupten können, und zum anderen sind negative Schlagzeilen, die mit Gottgläubigen in Verbindung gebracht werden, die psychologisch wirksamsten Mittel, um den Glauben zu schwächen, da sich dies oft auch auf Gläubige anderer Religionen und Konfessionen überträgt. Das menschliche Gehirn ist evolutionsbiologisch nicht in der Lage, zwischen »Neuigkeiten aus der Ferne, einer selbstlosen Beobachtung«, und der Realität innerhalb eigener Gruppendynamiken zu unterscheiden. Der Medienkonsum verstärkt den Zweifel, da das Gehirn verarbeitete Informationen als eigene, subjektive Erfahrungen interpretiert und emotional speichert. (Tversky & Kahneman, 1973)

Durch dieses evolutionäre Mismatch entwickeln sich soziale Ängste, Misstrauen und Fragen, die in einer realen Umgebung, in der das narrative Ich das Ereignis mit vollständiger Selbst- und Beteiligtenbeobachtung bewerten kann, den Glauben nicht derart infrage stellen würden.

Das Wesen der Offenbarung und die Herausforderungen der Moderne

Da Menschen aus Angst vor eigener Ablehnung zunehmend traditionelle Glaubensinhalte institutioneller Religionen ablehnen, wird dieser Rückgang kontinuierlich stattfinden, sofern keine Präventivmaßnahmen ergriffen werden.

Zwar werden die Heiligen Schriften aufgrund ihres Offenbarungscharakters als unveränderlich betrachtet, und die kirchliche Lehrautorität besiegelt dies, jedoch muss in Betracht gezogen werden, dass einige Auslegungen durchaus an die moderne Zeit erweitert werden könnten, gemäß moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse, die nicht den Glauben und die Lehre widerlegen, sondern sogar bestätigen.

Fundamentale Glaubenslehren wie die Auferstehung Jesu wurden beispielsweise von Zeitzeugen des 1. Jahrhunderts nach ihrem damaligen Weltverständnis gedeutet und niedergeschrieben. Eine moderne Deutung, die die Kernaussage nicht verändert, aber Rückschlüsse auf alte Deutungen zulässt, wäre ein möglicher strategischer Schritt, um den Glauben in einem modernen System aufrechtzuerhalten. Hierzu ist die Zusammenarbeit etablierter Forscher und Institute erforderlich.

Wenn die Glaubenslehren in ihrer Deutung vollständig unverändert bleiben sollen, müssen Religionen Wege und Mittel finden, um sich in einem Zeitalter, in dem der Informationsaustausch unkontrolliert, oft einseitig und rasant stattfindet, zu bewahren.

Die Bedeutung institutioneller Lehren und Demut

Ein primäres Nebenprodukt der modernen Zeit ist die mangelnde Demut vor einem Schöpfer. In alternativen spirituellen Lehren wird dieser oft nicht vollständig gelehrt. In zunehmenden vertretenen spirituellen Glaubensgemeinschaften wird beispielsweise zwar die Liebe zu Gott aufgebaut, jedoch keine aufrichtige Demut. Die Praktizierenden üben sich in Meditationen und transpersonalen Erfahrungen, wodurch sie schnell vergessen, was wahre Demut bedeutet: sich in der Demut vor Gott weder unterwürfig noch beschämt zu fühlen. Doch schnell bauen sich archaische Muster auf, die eine Barriere zwischen Gläubigen und Gott errichten, wenn diese keine wahrhaftige demütige Haltung einnehmen, wie sie beispielsweise in der Gebetshaltung praktiziert wird.

Dabei etablieren sich sehr schnell Abwehrmuster des narrativen Ichs bzw. des Egos, die in einer endlosen Kaskade münden, bis der Mensch schließlich vom »Satan« beherrscht wird. In diesem Kontext steht Satan für den Verursacher von Verführung und Widerstand, sich Gott nicht unterwerfen zu müssen. Dies ist speziell für spirituell Praktizierende, die das Gebet für überflüssig halten, eine oft willkommene Einladung mit Falltüren zu einem Lichtträger, der das eigene Ego vergöttert und zur Quelle aller Erkenntnis erhebt. Im Christentum heißt es in Jesaja 14:13–14: »Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und dem Allerhöchsten gleich sein.« Im Judentum heißt es in Hiob 15:7–8: »Bist du der Erste, der je geboren ward […] oder hast du Gottes Rat gehört?« Im Islam heißt es in Sure 18:50: »Iblis weigerte sich, vor Adam niedrig zu sein, und war hochmütig und gehörte zu den Ungläubigen.«

Das Gebet ist nicht nur eine Haltung der Demut, sondern hat auch tief verankerte innerpsychische Wirkungen, die für den Menschen wichtig sind. Die Deaktivierung des Default Mode Network während des Gebets und die Reduktion des narrativen Ichs sind keine Zufälle, sondern auch die Selektion der Evolution, da sie das Gebet als vorteilhaft für das Leben betrachtet.

Alle Religionen haben bereits vor langer Zeit erkannt, dass sich das narrative Ich zum falschen Gott erklärt. Es duldet keine Unterwerfung unter eine höhere Macht, sondern macht sich selbst zum Maß aller Dinge - und schneidet den Menschen damit von der wahren Quelle des Lebens ab. Da dieses narrative Ich uns Menschen aber ausmacht und wir als einziges Lebewesen ein solch ausgeprägtes Ich-Bewusstsein empfinden, ist Verantwortung eine Notwendigkeit. Ohne ein solches Verantwortungsgefühl würde die Menschheit von der Evolution und dem Leben abgeschnitten werden und zu einem Tyrann werden, fehlgeleitet von evolutionär getriebenem Fehlverhalten wie Dominanzverhalten und fehlgeleiteten Belohnungsmechanismen auf Basis des evolutionären Mismatchs.

Der Glaube als wirksame gesellschaftliche Präventionsmaßnahme 

Der Glaube an Gott ist tief im Gehirn verankert und selbst durch die Evolution ein primärer Schutzfaktor vor kollektivem Verderben, das beispielsweise durch menschliche Gier verursacht wird. Ein Widersacher des Lebens, vor dem die Religionen seit Jahrtausenden warnen:

Christentum: »Die Wurzel alles Bösen ist die Habsucht« (1. Timotheus 6,10)
Islam: »Und diejenigen, die vor der Habsucht ihrer eigenen Seele bewahrt bleiben - das sind die Erfolgreichen« (Koran 59:9)
Buddhismus: »Gier ist die Wurzel allen Übels« - Buddha
Hinduismus: »Wer frei ist von Gier, Furcht und Zorn, der ist wahrhaft ein Weiser« (Bhagavad Gita 2.56)
Judentum: »Wer das Geld liebt, wird des Geldes niemals satt« (Prediger 5,9)
Taoismus: »Zufriedenheit ist natürlicher Reichtum, Luxus ist künstliche Armut« - Laozi

Psychologische und gesellschaftliche Praktiken bieten beispielsweise kaum Schutz vor typischem menschlichem Fehlverhalten wie Gier, Eifersucht oder Hass. Zwar klären sie die Menschen auf, sind aber bei weitem nicht so effektiv wie der Glaube an Gott, der die Menschen gar belohnt, wenn sie solche destruktiven Verhaltensweisen ablegen und sich ihm zuwenden. Gottesglauben reduziert egoistisches Verhalten stärker als ethische Aufklärung. (Shariff, A.F. & Norenzayan, A. 2007)

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass institutionelle Religionen ein bewährtes und sicheres Fundament für den Gottesglauben darstellen und selbst spirituelle Bewegungen ihre Gottesvorstellungen und Werte ursprünglich aus ihnen schöpfen, ist davon auszugehen, dass es gesellschaftlich, sozial und selbst gesundheitlich von höchster Bedeutung ist, den Glauben in unserer Welt aufrechtzuerhalten, weiterzugeben und für die Durchsetzungsfähigkeit des Glaubens an Gott einzustehen.

Dieser Artikel basiert vollständig auf den Erfahrungen und Fachkenntnissen des Autors. Wo KI-Werkzeuge verwendet wurden, um ergänzende detaillierte Zusatzangaben zu erstellen, sind diese Passagen deutlich als Zitatblöcke gekennzeichnet.

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